Puls in Schleswig-Holstein

Sehr schön wurde Puls in der Topographie des shz von 2007 beschrieben. Dort lesen wir...

Dorf mit Vergangenheit 

Puls wurde als „Pulzee" 1418 erstmals genannt. Der Name bedeutet „Kopf, Spitze” oder „Pfuhl". Herkunft der Ortsnamens Puls
Ortsmitte mit Denkmal
Auf dem Höhenzug, der von Nortorf über Hohenwestedt durch den südlichen Teil des Kreises Rendsburg nach Dithmarschen führt, liegt Puls. Der Ort hat die Form eines Haufendorfes und wird über geschwungene lange Straßen gequert. Auf den ersten Blick ein Dorf wie viele andere auch. Besonderheiten offenbaren sich erst bei näherem Hinsehen. So reichen die Wurzeln weit zurück: Puls ist eine alte Siedlung, rings herum lagen zahlreiche frühgeschichtliche Grabstätten. Große Feldsteine, die die Gräber umschlossen, fanden später eine neue Aufgabe: Sie wurden als Fundamentsteine beim Haus- und Straßenbau genutzt.

Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich Puls zu einem typischen Bauerndorf mit einigen Handwerksbetrieben. In der Gegenwart bietet sich daher Gästen eine gelungene Abwechslung aus alten Anwesen, neuen Häusern, gewerblichen Anlagen, landwirtschaftlichen Betrieben und vor allem viel Grün.
Quellenangabe:Karin Götz: „Schleswig-Holstein TOPOGRAPHIE“ Band 8 (2007), „Puls“ S. 40-42, Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag ISBN 3-926055-89-8


Historisches: 

Auf dem Gebiet der Gemeinde Puls gab es 14 Hügelgräber, von denen nur eines noch erhalten ist. Sie sind die Begräbnisstätten der ersten bäuerlichen Kulturen in der Jungsteinzeit (ca. 4300-2300 v. Chr.).

Die grüne Landschaft hat mit einer lokalen Besonderheit zu tun, die Landschaftsplanern das Herz höher schlagen lässt: Die rund 1090 Hektar große Gemeinde wird nämlich durchzogen von 110 Kilometern Knicks und nimmt damit in Schleswig-Holstein eine Spitzenposition ein. Was dem Ort ein schönes Gesamtbild beschert, allerdings von manchem der Landwirte schon oft verwünscht wurde, liegt daran, dass es in der Gemeinde in der Vergangenheit keine Flurbereinigung gab. Das harmonische Ortsbild mitten im Naturraum „Hohenwestedter Geest“ lockt immer wieder Neubürger an. Historische EingangstürWer in der Gemeinde bleiben will, für den findet sich auch immer eine Lücke. Das Gemeinschaftsleben ist intakt. Wenn etwas auf die Beine gestellt werden soll, packen alle mit an, Vereine bieten Abwechslung in der Freizeit- und machen die Gemeinde überregional bekannt.

In den 1990er Jahren war Puls zudem ein Mekka für Country- und Oldtimer-Fans. Zu den jährlichen Trucker- und Cowboy-Treffen reisten Besucher aus ganz Deutschland an. Die Schule schloss 1970 und die Meierei 1972, die letzte Gaststätte "Zur Linde" im Juni 2013. Auch Poststelle, Schmieden, Tankstellen und Bäckereien sind nur noch in der Erinnerung lebendig. Genau wie auch „Rosa“. Mit Wehmut erinnern sich Eisenbahn-Freunde an die Ära der Kleinbahn. „Rosa“ machte auf der Strecke von Hohenwestedt nach Schenefeld ab 1916 im Ort Halt. 1954 war es jedoch vorbei mit der Schmalspur-Romantik, „Rosa“ musste der Konkurrenz auf der Straße weichen. Heute erinnert noch die „Bahnhofstraße“ an die Eisenbahn.

Und während früher der „Burstock“ - ein Zettel in einer Holzdose, die auf einem Stab saß - benutzt wurde, um Nachrichten im Ort bekannt zu machen, sorgt seit 2001 alle vier Wochen der „Pulsschlag“ für den notwendigen Informationsfluss: Darin steht alles, was die Pulser wissen müssen: Mitteilungen der Gemeinde, Veranstaltungstipps, aber auch Infos über entlaufene Hunde oder Sperrmüll-Termine.

Nirgendwo wird die Verbindung aus Tradition und Moderne so deutlich sichtbar wie in der neuen Dorfmitte: Auf dem Grundstück, wo sich einst historische Handelswege kreuzten und der Ausgangspunkt der Besiedlung lag, wurde eine parkähnliche Anlage geschaffen: Grünflächen, Wege, Sitzplätze und ein Rastplatz für Radfahrer. Das prominenteste Gestaltungselement kannten schon die ersten Siedler: Es sind die für die Gemeinde typischen Natursteine und Findlinge
Im Naturraum Hohenwestedter Geest

Quellenangabe:Karin Götz: „Schleswig-Holstein TOPOGRAPHIE“ Band 8 (2007), „Puls“ S. 40-42, Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag ISBN 3-926055-89-8

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