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Extreme Witterungen

In der Volkszeitung wurde am 20.8.1947 folgender Text veröffentlicht: Der wärmste Sommer seit 1881

Der diesjährige Sommer dürfte in vielen Gegenden Deutschlands der sonnenreichste und wärmste sein, der seit 1881, dem Beginn regelmäßiger meteorologischer Beobachtungen, in Deutschland vorgekommen ist. Wir verzeichnen im bisherigen Sommerhalbjahr seit April eine das Normalmaß weit übersteigende Zahl an sonnigen Tagen, z. T. verbunden mit Rekordhitze, wie sie in vielen Orten Deutschlands bisher noch nicht gemessen wurde. Während der berüchtigt gewordene Sommer 1911 nur im Juli und August sehr heiß war, aber im gesamten Verlauf Dürre brachte, ist in diesem Sommer ein Übermaß an Sonnenschein und Wärme bereits seit April zu verzeichnen. Die Trockenheit hat dagegen, abgesehen von einzelnen Gebieten Mittel- und Süddeutschlands, noch nicht die katastrophale Form von 1911 erreicht. Leider schließen ausgeprägte Schönwettersommer immer Dürregefahren in sich.

Mittwoch, 3. September 1947 ~ Schleswig-Holsteiner Volkszeitung: Das Vieh verhungert auf den ausgedörrten Weiden - Trockenheit verursacht Milchverknappung

Das anhaltende laute Brüllen der Rinder auf den Weiden der Rendsburger Umgebung ist ein Zeichen der zunehmenden Futtermittelknappheit. Die Bauern erklären, dass es nahezu keine Möglichkeit mehr gäbe, das Vieh mit dem notwendigen Futter zu versorgen. Das Gras ist verbrannt und auf weiten Strecken kein frischer Halm zu entdecken. Die Trockenheit wirkt sich naturgemäß auch auf die Milcherträge nachteilig aus. Zahlreiche Tiere geben fast nur noch die Hälfte der der Jahreszeit entsprechenden Milchmenge.

Rendsburger Zeitung, 25. März 1952: Der Winter zum fünften Mal mild

Allen Vorhersagen eines kalten Winters zum Trotz, zeigte sich der Wettergott in den vergangenen drei Monaten von der besten Seite. Vor allem im Norden und Westen der Bundesrepublik lagen die Temperaturen um durchschnittlich 2 Grad über den langjährigen meteorologischen Beobachtungen. Damit verzeichneten die Wettersachverständigen den fünften milden Winter nach den kalten Tagen 1946/47. Seit 1767 wurde noch nie eine derartig lange warme Winterfolge in Deutschland beobachtet. So lange gibt es wetterkundliche Aufzeichnungen. Die Weihnachtsfeiertage brachten in den meisten Gegenden mit durchschnittlich 8 bis 9 Grad Wärme einen seit 1880 nicht verzeichneten Rekord. In manchen windgeschützten Gärten blühten zur Weihnachtszeit die Rosen. Chrysanthemen, Primeln, Veilchen und Goldlack, sogar Rittersporn, Feldmohn und Kornblumen unterbrachen zum Jahresende hier und da ihren Winterschlaf.

Dafür hatte man am 31. März 20 cm Schnee und 3° Kälte, Ostern dagegen 28° Wärme

Sibirischer Winter 1963

Um das Weihnachtsfest 1962 setzte der Winter ein. Niemand konnte ahnen, dass es ein Winter werden sollte, wie man ihn schon seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt hatte. Mit großer Kälte - zeitweise wurden in Puls Nachttemperaturen von 28° unter Null gemessen - sowie durch seine Länge bereitete dieser Winter den Bauern große Sorgen. Es gab verschiedene Höfe, auf denen Knappheit an Futtermitteln auftrat. Auch der Beginn der Frühjahrsbestellung wurde um Wochen hinausgeschoben. Alle hofften nun, dass ein guter Sommer für diese schlechte Zeit entschädigen möge.