Viele Zuschauer bei der Storchenberingung 2018

Storchenberingung 23 06 2018 15Unter großer Beteiligung vieler Pulser fand am Samstag, dem 23. Juni wieder die Beringung der Jungstörche statt. Normalerweise wird die Beringung im Nest vorgenommen, um die Störung am Nest so kurz wie möglich zu halten. Aber um es etwas näher zu bringen ist es natürlich schöner so.  Gerade für die Kinder, sagte Storchenvater Jörg Heyna.

Uwe Boie berichtete, dass die Altstörche Anfang April angekommen waren und Mitte April mit dem Brüten angefangen sind.

Jörg Heyna schätzte, dass die beiden Jungen nun ca. fünf Wochen alt sind. Nach dem Bezug des Horstes wird nach 8 bis 10 Tagen das erste Ei gelegt. Dann im Abstand von zwei Tagen immer ein weiteres, bis dann 4 bis 5 Eier zusammen sind. Die Brutzeit dauert 30 bis 32 Tage bis der erste Storch schlüpft. Und dann schlüpfen die Jungen in der Reihenfolge wie die Eier gelegt worden sind. Deswegen sind sie auch verschieden groß. Nach vier bis sechs Wochen werden die Jungstörche dann beringt.

Bei der Beringung stellen sich die Störche tot. Das ist ein Überlebensreflex. Wenn sie sich nicht bewegen fehlt  für Beutegreifer der Grund ihnen nachzustellen. Die einzigen Feinde hier bei uns sind der Seeadler und der Uhu. Sonst haben sie keine Feinde, bis vielleicht auf das schlechte Wetter.

Herr Heyne untersuchte die Vögel kurz. Das Gefieder sah gut aus. Ein Jungstorch hatte eine schwarze Schwanzfeder. Eine Laune der Natur, so Heyna. Normalerweise sind die Schwanzfedern alle weiß. Das Geschlecht kann augenscheinlich bei Jungstörchen nicht bestimmt werden. Dazu müsste ein genehmigungspflichtiger DNA Test gemacht werden, der für die Tiere noch mehr Stress bedeutet und unnötig teuer wäre. Der Schnabel war sauber und die Nasenlöcher frei. Ist der Schnabel nicht sauber, können Nahrungsreste verhärten und dadurch könnte sich der Schnabel verformen. Später kann der krumme Schnabel zu Problemen bei der Nahrungssuche führen. In Puls hatten wir im Jahre 2013 einen Storch, der einen verbogenen Schnabel hatte. Krummschnabel, so hatten wir ihn genannt, ist wohl sehr gut damit klargekommen. Im Januar 2017 wurde er in Pinto (Spanien) lebend und gesund gesichtet.  (Neues von Krummschnabel).

In einem geraden Jahr (2018), da kommt der Ring ans rechte Bein. Bei ungeraden Jahren ans linke Bein. Der Ring besteht aus zwei Hälften, ist nur 11 Gramm schwer und kostet 3,50 €. Er lässt sich sehr leicht ablesen oder fotografieren. Wird ein Storch gesichtet, wird er an die Vogelwarte gemeldet. Als Dankeschön erhalten Finder und auch der Beringer die Daten des Vogels wieder zurück. Die Vogelwarten sind weltweit vernetzt, Auch wenn ein Vogel in Südafrika gesichtet wird, erhält man eine Meldung darüber. So wie von einem Vogel aus Wacken, der nach einem halben Jahr in Südafrika gesichtet wurde.

Wenige Altvögel werden mit einem Sender ausgestattet. Der Datenlogger wird auf dem Rücken des Vogels mit Bändern befestigt. Der Sender kostet ca. 2500 € und wiegt ungefähr 100 g. Das Gewicht des Gerätes kann bei einem Körpergewicht eines Storches von ca. vier Kilo vernachlässigt werden.  Bei Jungvögeln macht man das nicht. Die Sterblichkeitsrate bei jungen Störchen ist sehr hoch. 70 bis 80 % schaffen das erste Jahr leider nicht. Deswegen werden in Schleswig-Holstein nur Altvögel besendert. Ziel ist es, für den Storch lebenswichtige Erkenntnisse über seine Nahrungsgebiete vor Ort, das Brutverhalten, seine Zugrouten, die Flughöhe, sein Zugverhalten und den Überwinterungsgebieten zu gewinnen.  Dazu gehört bei Brutstörchen auch eine Dokumentation des jeweiligen Brutverlaufs und noch vieles mehr.

Dieses Jahr war das Wetter etwas günstiger für unsere Störche. Dennoch wurden im Kreis Steinburg weniger Jungstörche als in 2017 gezählt. Die Gesamtzahlen sind aber positiver als in 2017 (357) Vielleicht schaffen wir 450 bis 500 in Schleswig Holstein hofft Jörg Heyna.

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Jungstorch 1 wog 3150g Ringnummer: DEW 8T077
Storch 2 wog 2960g Ringnummer: DEW 8T076
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