Ein starker Regenschauer scheuchte am 20. September 46 reiselustige Pulserinnen und Pulser gegen Mittag in den bereitstehenden Ubbenbus. Doch das war's dann erst mal mit Regen. An unserem ersten Ziel Tetenbüll angekommen, erzählte uns Herr Claußen viel über die Kirchengeschichte von St. Annen und ließ uns so nebenbei wissen, wie man trickreich an größere EU-Mittel herankommt, um eine Kirche vor dem Einsturz zu retten. Der Zweck heiligt die Mittel.
Anschließend überfielen wir das doch eher kleine Haus Peters. Es beherbergt einen ehemaligen Kolonialwarenladen aus dem Jahre 1820 und ist ein Museum ganz besonderer Art mit historischem Laden, der auch heute noch als Verkaufsraum für zahlreiche Produkte dient, mit Galerie und wechselnden Ausstellungen. Die beiden Ausstellungen der Maler Janßen und Guschl fanden allerdings nicht unser großes Interesse.
1017 hoyerswortAnders war es dann mit unserem zweiten Ziel, dem Herrenhaus Hoyerswort. Schließlich gab es dort den lang ersehnten Kaffee und Kuchen. Und danach eine Führung des heutigen Hausherren Alfred Jordy.
Das noch im 16. Jahrhundert errichtete Herrenhaus ist seither ziemlich unverändert und steht unter Denkmalschutz. Jordy kaufte es 2011 und hat es wieder zu neuem Leben erweckt. Die imposante Anlage mit Herrenhaus, Haubarg, Museum, Café und Töpferei ist umgeben von einem eingewachsenen Grundstück mit doppeltem Wassergraben. Schon vor 400 Jahren war das Herrenhaus "herrlich repariert und dergestalt erweitert worden, dass es einem Schloß nicht unähnlich ist", schrieb der Geschichtsschreiber Petrejus 1742. Jordy hat Ähnliches vor. Er wird dazu einen langen Atem brauchen.
Für den Rückweg wählte unser Busfahrer Busse eine ländliche Strecke, die ihm Gelegenheit gab, ein wenig über das Links und Rechts zu erzählen. Bei strömendem Regen erreichten wir dann Puls, als wären wir gar nicht weg gewesen.
Gerd Menzel

Pulsschlag 10/2017